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Atypischer / Stiller Reflux (Extra-Ösophageale Refluxerkrankung)

Die Refluxkrankheit gehört mittlerweile zu den häufigsten Krankheiten weltweit. Viele Betroffene kennen die typischen Beschwerden wie Sodbrennen und unklare Schmerzen hinter dem Brustbein. Weniger bekannt sind bisher die Probleme, die der Reflux am Kehlkopf bereiten kann.

Diese Krankheit wird von Spezialisten auch als extra-ösophagealer Reflux oder stiller Reflux bezeichnet. Patienten, die darunter leiden berichten oft von eher untypischen Beschwerden, wie

  • chronischer Husten
  • chronische Rachenentzündung
  • Kloßgefühl im Hals
  • Räusperzwang
  • wiederkehrende Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • vermehrte Schleimbildung im Rachenbereich
  • chronische Rhinosinusitis ( wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündung)
  • rezidivierende Otitis media bei Kindern (wiederkehrende Mittelohrentzündung)

Bei einer Reihe weiterer Indikationen wird ein Zuviel an Säure als Symptomverstärker diskutiert. Auch gelten gewisse Nahrungsmittel und Getränke individuell symptomverstärkend.

Es ist für den medizinischen Laien unverständlich, dass man noch nicht einmal unter Sodbrennen leidet, um einen extra-ösophagealen Reflux zu haben. Der erfahrene HNO-Arzt erkennt die Krankheit anhand der Anamnese und den typischen Anzeichen bei der endoskopischen Untersuchung des Kehlkopfes. Häufig wird bei den o.a. Krankheitsbildern eine probatorische Blindtherapie mit Säureblockern eingeleitet, weil die bisherigen Nachweisverfahren mit den alten pH-Metrie-Techniken häufig unbrauchbar waren. Dabei wird einer aktuell veröffentlichen evidenzbasierten Studie zur Folge nach Absetzen der Säureblocker in über 20% der Fälle mit Nebenwirkungen in Form von Sodbrennen und anderen Magen-Darm-Problemen gerechnet. Die seit 1974 eingeführte klassische pH-Metrie zur Erfassung des gastro-ösophagealen Refluxes (Magen-Speiseröhre-Reflux) liefert dafür keine ausreichend sicheren Auswertungen, da diese Technik zur Bewertung des laryngo-pharyngealen Refluxes (Reflux des Kehlkopf-Rachenbereiches) nicht die technischen Voraussetzungen liefert. Der letztendlich sichere Beweis erbringt jedoch eine sogenannte pharyngeale pH-Metrie (Säuremessung im Rachenbereich).

Für weitere Informationen über den stillen Reflux empfehlen wir die Internetseite www.stiller-reflux.de

Unter dem Menüpunkt Ärzteverzeichnis finden Sie Ärzte in Deutschland, die bereits mit dieser Technik arbeiten.